
Die Schweizer IT-Branche bleibt auch im Jahr 2026 der unangefochtene Lohn-König. Doch die Zeiten, in denen jeder IT-Job automatisch zweistellige prozentuale Gehaltssprünge garantierte, sind vorbei. Der Markt hat sich ausdifferenziert. Während in Nischenbereichen wie Cyber Security und AI-Engineering ein regelrechter Bieterkrieg herrscht, haben sich die Saläre in der klassischen Softwareentwicklung und im Support auf hohem Niveau stabilisiert.
Wir haben die Daten aggregiert und zeigen, wo die IT-Löhne in der Schweiz im Jahr 2026 wirklich stehen.
Die Gewinner 2026: Sicherheit und Intelligenz
Wer in diesem Jahr das grosse Geld verdienen will, muss spezialisiert sein. Der "Generalist" verdient gut, der "Spezialist" verdient exzellent.
Cyber Security Architect / CISO: Die Bedrohungslage hat sich durch KI-gesteuerte Angriffe verschärft. Unternehmen zahlen Höchstpreise für Experten, die ihre Festungen sichern.
- Salärspanne: CHF 140'000 – 180'000+
- Trend: Stark steigend.
AI & Data Engineer: Es geht nicht mehr nur um Data Science Experimente, sondern um die Integration von KI in produktive Systeme (MLOps). Wer stabile KI-Pipelines bauen kann, ist Gold wert.
- Salärspanne: CHF 130'000 – 165'000
- Trend: Steigend, besonders für Senior-Level.
Cloud Architect / DevOps Lead: Die Cloud-Infrastruktur ist das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Experten für komplexe Multi-Cloud-Umgebungen (AWS/Azure/Google) bleiben Top-Verdiener.
- Salärspanne: CHF 135'000 – 170'000
Das solide Mittelfeld: Entwicklung und Projektleitung
Hier arbeiten die meisten IT-Fachkräfte. Die Löhne sind sehr gut, aber die grossen Sprünge (über 10%) sind seltener geworden als noch 2022/2023.
Senior Software Engineer (Java, C#, Frontend): Erfahrene Entwickler sind das Fundament. Die Löhne sind stabil.
- Salärspanne: CHF 115'000 – 145'000
IT-Projektleiter / Product Owner: Die Schnittstelle zwischen Business und Tech wird weiterhin gut bezahlt, besonders mit Zertifizierungen (SAFe, HERMES).
- Salärspanne: CHF 120'000 – 150'000
System Engineer / Administrator: Der klassische Betrieb. Wichtig, aber oft mit weniger finanziellem Aufwärtspotenzial als die Entwicklung.
- Salärspanne: CHF 95'000 – 125'000
Einstieg und Support: Die Hürde wird höher
Für Junioren und im Support-Bereich zeigt sich 2026 eine leichte Stagnation. Da KI viele Level-1-Supportanfragen und einfaches Coding übernimmt, steigen die Anforderungen an Berufseinsteiger.
- IT-Support (1st/2nd Level): CHF 75'000 – 95'000
- Junior Developer (frisch ab FH/Uni): CHF 80'000 – 95'000
Der "Zürich-Faktor" und regionale Unterschiede
Ein Lohn von 120'000 Franken ist nicht überall gleich viel wert. Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede, die oft mit den Lebenshaltungskosten korrelieren.
- Zürich & Zug (Index 100%): Hier werden die höchsten Löhne gezahlt, getrieben durch Banken und Big Tech (Google etc.).
- Nordwestschweiz (Basel) & Genferseeregion: Liegen nur knapp dahinter (ca. 95-98%), besonders stark in Pharma und Life Sciences.
- Bern (Mittelland): Ca. 90-95% des Zürcher Niveaus. Der öffentliche Sektor zahlt solide, aber selten Spitzenboni.
- Ostschweiz & Tessin: Hier liegen die Löhne oft 10-20% tiefer, was jedoch durch günstigere Mieten kompensiert werden kann.
Fazit: Das Gesamtpaket zählt mehr denn je
Der reine Bruttolohn ist 2026 nicht mehr die einzige Währung. Angesichts der hohen Steuerprogression und Lebenshaltungskosten verhandeln IT-Profis zunehmend über "Benefits":
- 100% Home-Office Option (ermöglicht Wohnen in günstigen Kantonen)
- SBB Generalabonnement (GA) 1. Klasse
- Workation-Wochen im Ausland
- Bezahlte Weiterbildungen (z.B. MBA oder teure Zertifikate)
Die Botschaft für 2026 ist klar: Wer sich spezialisiert, knackt den Jackpot. Wer "nur" den Standard beherrscht, verdient immer noch sehr gut, muss sich aber durch Soft Skills und Erfahrung differenzieren, um die nächste Gehaltsstufe zu erreichen.